Bürgerinfo - Stadt Schmalkalden

Vorlage - BV 066/26  

 
 
Betreff: Abschlussbericht zur kommunalen Wärmeplanung der Stadt Schmalkalden
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage
  Bezüglich:
BV 039/26
Federführend:80 Wirtschaftsförderung/Stadtmarketing Beteiligt:60/1 Bauververwaltung und Stadtentwicklung
Bearbeiter/-in: Handy, Christiane   
Beratungsfolge:
Stadtrat Entscheidung
22.06.2026 
Sitzung des Stadtrates der Stadt Schmalkalden      

Beschlussvorschlag:

 

Der Stadtrat der Stadt Schmalkalden beschließt:

 

  1.    den Abschlussbericht zur Kommunalen Wärmeplanung der Stadt Schmalkalden in der vorliegenden Fassung zur Kenntnis zu nehmen und zu billigen;
  2.    die Kommunale Wärmeplanung als strategische Grundlage für die langfristige, treibhausgasneutrale Wärmeversorgung der Stadt Schmalkalden festzulegen;
  3.    festzustellen, dass der Entwurf der Kommunalen Wärmeplanung gemäß § 13 Abs. 4 Wärmeplanungsgesetz (WPG) in der Zeit vom 18.05.2026 bis 19.06.2026 öffentlich ausgelegen hat und den Bürgerinnen und Bürgern sowie den Trägern öffentlicher Belange Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben wurde;
  4.    die Stadtverwaltung zu beauftragen, die im Rahmen der Kommunalen Wärmeplanung identifizierten Maßnahmen schrittweise in die Vorbereitung und Umsetzung zu überführen. Hierzu zählen insbesondere:
    • die Konkretisierung und vertiefende Untersuchung identifizierter Fokus- und Eignungsgebiete,
    • die Vorbereitung und Durchführung weiterführender Machbarkeitsstudien,
    • die Entwicklung von Transformations- und Umsetzungskonzepten für geeignete Versorgungsgebiete,
    • die Prüfung und Vorbereitung des Ausbaus von Wärmenetzen sowie dezentraler Versorgungslösungen,
    • die Fortführung der Zusammenarbeit mit regionalen Energieversorgern, insbesondere der TEAG Thüringer Energie AG, der WerraEnergie sowie weiteren relevanten Akteuren,
    • die Akquise und Nutzung geeigneter Förderprogramme, insbesondere der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW),
    • die Fortführung der Öffentlichkeitsarbeit und Bürgerkommunikation zur Wärmewende,
    • den Aufbau eines dauerhaften Steuerungs- und Controllingsystems zur Begleitung, Umsetzung und Fortschreibung der Kommunalen Wärmeplanung.
  5.    die Verwaltung zu beauftragen, dem Stadtrat regelmäßig über den Stand der Vorbereitung und Umsetzung der Maßnahmen zu berichten.

 

 

 

 


Begründung:

 

Die kommunale Wärmeplanung stellt ein zentrales strategisches Instrument zur Sicherstellung einer zukunftsfähigen, treibhausgasneutralen und wirtschaftlichen Wärmeversorgung der Stadt Schmalkalden dar. Vor dem Hintergrund der gesetzlichen Zielsetzung der Treibhausgasneutralität bis zum Jahr 2045 sowie der hohen Bedeutung des Wärmesektors, der einen wesentlichen Anteil des Endenergieverbrauchs verursacht, besteht ein erheblicher Handlungsbedarf zur schrittweisen Transformation der bestehenden Wärmeversorgung.

Der vorliegende Abschlussbericht der Kommunalen Wärmeplanung liefert erstmals eine umfassende, datenbasierte Entscheidungsgrundlage für die zukünftige Ausgestaltung der Wärmeversorgung im Stadtgebiet Schmalkalden. Auf Grundlage der Bestandsanalyse, der Potenzialanalyse sowie der Entwicklung eines Zielszenarios bis 2045 wurden geeignete Transformationspfade, Eignungs- und Fokusgebiete sowie konkrete Handlungsmaßnahmen identifiziert.

Die Erstellung der Kommunalen Wärmeplanung erfolgte unter enger Einbindung der relevanten Akteure und Netzbetreiber. Beteiligt waren insbesondere die Stadtverwaltung Schmalkalden, die greenventory GmbH als beauftragtes Fachbüro, die TEAG Thüringer Energie AG, die Werraenergiedienste GmbH, die Stadtwerke Schmalkalden GmbH, die DES GmbH sowie die Thüringer Netzgesellschaft GmbH. Durch die frühzeitige Einbindung der relevanten Partner wurden die Voraussetzungen für eine realistische und umsetzungsorientierte Wärmeplanung geschaffen.

Im Rahmen der Bestandsanalyse wurde festgestellt, dass die Wärmeversorgung in Schmalkalden derzeit überwiegend durch fossile Energieträger geprägt ist und gleichzeitig ein erheblicher Transformationsbedarf hinsichtlich der Energieinfrastruktur und der Gebäudeeffizienz besteht. Die Potenzialanalyse zeigt jedoch vielfältige Möglichkeiten für eine zukünftige klimaneutrale Wärmeversorgung auf. Hierzu zählen insbesondere die Nutzung von Solarthermie, Geothermie, Umweltwärme, Biomasse, Abwärme sowie langfristig weiterer klimaneutraler Energieträger. Darüber hinaus bestehen erhebliche Potenziale zur Reduzierung des Wärmebedarfs durch energetische Sanierungsmaßnahmen.

Der Entwurf der Kommunalen Wärmeplanung wurde gemäß § 13 Abs. 4 Wärmeplanungsgesetz (WPG) im Zeitraum vom 18.05.2026 bis 19.06.2026 öffentlich ausgelegt. Den Bürgerinnen und Bürgern sowie den Trägern öffentlicher Belange wurde damit die Möglichkeit gegeben, sich aktiv in den Planungsprozess einzubringen und Stellungnahmen abzugeben.

Mit dem vorliegenden Beschluss wird die Kommunale Wärmeplanung als strategischer Orientierungsrahmen für die zukünftige Wärmeversorgung der Stadt Schmalkalden festgelegt. Die Wärmeplanung stellt dabei kein statisches Konzept dar, sondern einen fortlaufenden Steuerungs- und Entwicklungsprozess. Die im Wärmeplan identifizierten priorisierten Maßnahmen bilden den Ausgangspunkt für die nun folgende Umsetzungsphase.

Hierzu gehören insbesondere die vertiefende Untersuchung der ausgewiesenen Fokus- und Eignungsgebiete, die Durchführung weiterführender Machbarkeitsstudien, die Vorbereitung und Entwicklung konkreter Wärmeversorgungsprojekte, der Ausbau der Zusammenarbeit mit regionalen Energieversorgern und weiteren Akteuren, die Einwerbung geeigneter Fördermittel sowie die kontinuierliche Information und Beteiligung der Öffentlichkeit.

Die Umsetzung der Kommunalen Wärmeplanung stärkt langfristig die Versorgungssicherheit, unterstützt eine wirtschaftlich tragfähige Wärmewende und schafft eine belastbare Grundlage für zukünftige kommunale Entscheidungen in den Bereichen Stadtentwicklung, Energieinfrastruktur, Wirtschaftsförderung und Klimaschutz. Gleichzeitig bietet sie Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmen einen wichtigen Orientierungsrahmen für zukünftige Investitionsentscheidungen.

 

 

 


 

 

Finanzielle Auswirkungen:

Ja

 

 

x Nein

Einnahme
in Höhe von:

HHSt:

Ausgabe
in Höhe von:

HHSt:

siehe Begründung

 

mmerer

 

 

 


 

x Anlagen

 

 


  Versionen:            
    Datum Sachbearbeiter Bemerkung
Aktueller Stand   16.06.2026 07:04:31   Christin Erdenberger