Bürgerinfo - Stadt Schmalkalden

Vorlage - BV 039/26  

 
 
Betreff: Kommunaler Wärmeplan der Stadt Schmalkalden
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage
Federführend:80 Wirtschaftsförderung/Stadtmarketing Bearbeiter/-in: Handy, Christiane
Beratungsfolge:
Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Verwaltungsmodernisierung und Digitalisierung Vorberatung
27.04.2026    Sitzung des Ausschusses für Wirtschaftsförderung, Verwaltungsmodernisierung und Digitalisierung, erweitert um den Ausschuss für Bauwesen, Stadtentwicklung und Energie      
Haupt- und Finanzausschuss Vorberatung
28.04.2026 
Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses      
Stadtrat Vorberatung
18.05.2026 
Sitzung des Stadtrates der Stadt Schmalkalden   (041/26S)  
Stadtrat Entscheidung
Anlagen:
260422_Abschlussbericht_schmalkalden_final
Präsentation_WiFö_Bauauschuss

Beschlussvorschlag:

Der Stadtrat der Stadt Schmalkalden beschließt:

  1. den vorliegenden Entwurf des Abschlussberichts zur kommunalen Wärmeplanung zur Kenntnis zu nehmen und inhaltlich zu billigen,
  2. die kommunale Wärmeplanung als strategische Grundlage für die zukünftige, treibhausgasneutrale Wärmeversorgung der Stadt Schmalkalden festzulegen,
  3. die Stadtverwaltung zu beauftragen, auf Basis der Ergebnisse der kommunalen Wärmeplanung die Umsetzungsphase einzuleiten und insbesondere folgende Maßnahmen voranzutreiben:
    • Konkretisierung und vertiefende Untersuchung identifizierter Fokus- und Eignungsgebiete, insbesondere im Hinblick auf den Ausbau von Wärmenetzen sowie die Entwicklung dezentraler Versorgungslösungen,
    • Durchführung weiterführender Machbarkeitsstudien und Transformationsplanungen,
    • aktive Einbindung und Fortführung der Zusammenarbeit mit regionalen Energieversorgern, insbesondere der TEAG Thüringer Energie AG, der WerraEnergie sowie weiterer relevanter Partner,
    • gezielte Akquise und Nutzung geeigneter Förderprogramme, insbesondere der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW),
    • Weiterführung und Ausbau der Bürgerkommunikation zur Wärmewende,
    • Aufbau eines dauerhaften Steuerungs- und Controllingsystems zur Koordination, Umsetzung und Fortschreibung der kommunalen Wärmeplanung.
  4. die öffentliche Auslage des Entwurfs gem. § 13 Abs. 4 KWP im Zeitraum vom 19.05.2026 bis zum 18.06.2026 zur Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger sowie Träger öffentlicher Belange.

 


Begründung:

 

Die kommunale Wärmeplanung stellt ein zentrales strategisches Instrument zur Sicherstellung einer zukunftsfähigen, treibhausgasneutralen und wirtschaftlichen Wärmeversorgung dar.

Vor dem Hintergrund der gesetzlichen Zielsetzung der Treibhausgasneutralität bis 2045 und der hohen Bedeutung des Wärmesektors dieser verursacht einen wesentlichen Anteil des Endenergieverbrauchs  - ergibt sich ein erheblicher Handlungsdruck für Kommunen.

Der vorliegende Wärmeplan liefert erstmals eine systematische, datenbasierte Entscheidungsgrundlage für die zukünftige Ausgestaltung der Wärmeversorgung in Schmalkalden und zeigt konkrete Handlungsoptionen auf.

 

2. Beteiligte Akteure

Die Erstellung der kommunalen Wärmeplanung erfolgte unter enger Einbindung relevanter Akteure:

  • Stadtverwaltung Schmalkalden
  • greenventory GmbH (Auftragnehmer)
  • TEAG Thüringer Energie AG
  • Werraenergiedienste GmbH
  • Stadtwerke Schmalkalden GmbH
  • DES GmbH
  • Thüringer Netzgesellschaft GmbH

 

Diese Akteursbeteiligung gewährleistet eine hohe Umsetzbarkeit der entwickelten Maßnahmen und stärkt die Grundlage für zukünftige Kooperationen.

 

3. Ergebnisse der Bestandsanalyse

Die Bestandsanalyse zeigt:

  • eine überwiegend fossil geprägte Wärmeversorgung (insbesondere Erdgas und Einzelheizungen),
  • eine heterogene Gebäudestruktur mit teils erheblichem Sanierungsbedarf,
  • bestehende Infrastruktur (Gas- und Wärmenetze), die als Ausgangspunkt für Transformation dient.

Zugleich bestehen strukturelle Herausforderungen:

  • hohe Abhängigkeit von fossilen Energieträgern,
  • steigende Anforderungen durch gesetzliche Rahmenbedingungen (GEG, WPG),
  • langfristiger Investitionsbedarf in Infrastruktur.

 

4. Ergebnisse der Potenzialanalyse

Die Analyse identifiziert ein breites Spektrum an Potenzialen für eine klimaneutrale Wärmeversorgung:

  • Solarthermie (Dach- und Freiflächen)
  • Geothermie (oberflächennah und ggf. tiefer)
  • Umweltwärme (Luft, Wasser, Abwasser)
  • Biomasse und Abwärme
  • ergänzend perspektivisch synthetische Energieträger

Zusätzlich bestehen erhebliche Potenziale zur Reduktion des Wärmebedarfs durch energetische Sanierung.

 

5. Zielszenario und Transformationspfad

Das entwickelte Zielszenario beschreibt die Transformation der Wärmeversorgung bis 2045:

  • 2030: erste strukturelle Umstellungen, Aufbau von Pilotprojekten und Wärmenetzen
  • 2040: deutliche Reduktion fossiler Energieträger, Ausbau zentraler und dezentraler erneuerbarer Lösungen
  • 2045: weitgehende Treibhausgasneutralität der Wärmeversorgung

Dabei sind insbesondere folgende Anforderungen zu berücksichtigen:

  • Integration erneuerbarer Energien,
  • Reduktion des Wärmebedarfs,
  • schrittweiser Umbau bestehender Infrastruktur.

 

6. Eignungs- und Fokusgebiete

Im Rahmen der Planung wurden Gebiete identifiziert, die sich besonders eignen für:

  • den Ausbau von Wärmenetzen (bei hoher Wärmedichte),
  • dezentrale Versorgungslösungen (z. B. Wärmepumpen) in weniger verdichteten Bereichen.

Zusätzlich wurden Fokusgebiete definiert, in denen eine prioritäre Umsetzung sinnvoll ist. Diese bieten:

  • hohe Wirtschaftlichkeit,
  • gute technische Umsetzbarkeit,
  • hohe Wirkung für die Gesamtstrategie.

 

7. Konkrete Maßnahmen und nächste Schritte (Kernpunkt)

Aus der Wärmeplanung ergeben sich klare, priorisierte Handlungsschritte:

Kurzfristig:

  • Vertiefende Machbarkeitsanalysen für Fokusgebiete
  • Aufbau von Projektstrukturen und Kooperationen
  • rdermittelakquise

Mittelfristig:

  • Planung und Umsetzung erster Wärmenetze
  • Entwicklung konkreter Quartierslösungen
  • Ausbau der Bürgerkommunikation

Langfristig:

  • schrittweise Transformation der gesamten Wärmeversorgung
  • Verstetigung des Planungs- und Controllingprozesses

Insgesamt wurden mehrere priorisierte Maßnahmen identifiziert, die als Startpunkt der Umsetzung dienen.

 

8. Strategische Einordnung

Die kommunale Wärmeplanung ist kein statisches Konzept, sondern ein dauerhafter Steuerungs- und Entwicklungsprozess. Sie schafft eine belastbare Grundlage für zukünftige kommunale Entscheidungen in den Bereichen Stadtentwicklung, Energieinfrastruktur, Wirtschaftsförderung und Klimaschutz. Gleichzeitig dient sie als Orientierungsrahmen für private Investitionsentscheidungen von Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmen.

 

Sie ermöglicht:

  • here Versorgungssicherheit,
  • langfristige Kostenstabilität,
  • aktive Stadtentwicklung und Standortstärkung.

 

 


 

 

Finanzielle Auswirkungen:

Ja

 

 

Nein

Einnahme
in Höhe von:

HHSt:

Ausgabe
in Höhe von:

HHSt:

siehe Begründung

 

mmerer

 

 

 


 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 260422_Abschlussbericht_schmalkalden_final (47182 KB)    
Anlage 2 2 Präsentation_WiFö_Bauauschuss (5286 KB)    

  Versionen:            
    Datum Sachbearbeiter Bemerkung
Aktueller Stand   27.04.2026 09:13:35   Christiane Handy