Bürgerinfo - Stadt Schmalkalden
![]() |
![]() |
|||||||||||||||||||||||||||||||
Der Stadtratsvorsitzende erteilt den anwesenden Mitgliedern des Jugendparlaments das Wort.
Klara Lochner, die Vorsitzende des Jugendparlaments Schmalkalden (JuPa), stellt das Gremium zunächst vor. Es besteht aktuell aus 20 Mitgliedern, die größtenteils noch schulpflichtig sind. Einige absolvieren bereits eine Ausbildung oder ein Studium. Zusammen mit Lilly Grau und Latoya Schettler möchte Klara Lochner nun die Arbeit des letzten und diesen Jahres vorstellen.
Am 20.02.2025, kurz vor der Bundestagswahl, hat das JuPa im Rathaussaal Vertreter des Wahlkreises interviewt, zu Themen der Jugendbeteiligung. Ergänzend dazu lief eine Instagram-Kampagne des JuPa, die das Ziel hatte, Erstwähler zu informieren, wie sie ihre Stimme abgeben. Am 28.03.2025 folgte die erste Party der Gruppe Werra-Schall, die sich in Wernshausen aus dem Beteiligungsformat „Wünscheküche“ heraus, mit Hilfe vieler Unterstützer, beispielsweise Fabian Amborn, gründete, um Jugendveranstaltungen zu organisieren. Das JuPa nahm an „Schmalle für alle“ teil, was auch für dieses Jahr geplant ist. Beim Familienaktionstag betreute das JuPa einen eigenen Stand.
Die beiden Hauptprojekte 2025 fanden im Oktober statt: Das Highlight war der Kinder- und Jugendgremienkongress vom 03. bis 05. Oktober in Schmalkalden, mit ca. 40 Jugendlichen aus ganz Thüringen sowie einigen Vertretern aus der Partnerstadt Recklinghausen. Mit dem Besuch der Sozialministerin Katharina Schenk und ihrer Eröffnungsrede startete das Programm. Dabei lag der Fokus vor allem auf dem Austausch über Jugendbeteiligung, Demokratie, Politik und dem Willen, voneinander zu lernen, weshalb verschiedene Workshops und Freizeitangebote organisiert wurden. Unter anderem gab es einen Selbstverteidigungskurs mit der Wrestlerin Jazzy Gabert, einen Workshop zum Umgang mit Rechtspopulismus und einen Social-Media-Workshop. Verschiedene Umweltaktionen, z.B. Bäume pflanzen, und insbesondere das Flussläufe-Projekt lag dem JuPa sehr am Herzen. Die Fundstücke aus den gereinigten Flussläufen waren in der Ausstellung „Fehl am Platz“ zu sehen. Ergänzend dazu hatte das JuPa eine Podiumsdiskussion organisiert, zu der gemeinsam mit Experten diskutiert wurde, wie man künftig besser mit Umweltverschmutzungen, explizit in Flüssen, umgehen kann.
Aus diesen Erfahrungen heraus entwickeln sich die Projekte, die das JuPa in 2026 angehen möchte: Das Flussläufe-Projekt wird an die Schulen gebracht. Am Philipp-Melanchthon-Gymnasium werden am Ende des Schuljahres 4 Projekttage dazu durchgeführt. Mit der Regelschule Schmalkalden ist das JuPa diesbezüglich im Gespräch. Im Juni ist auf dem Altmarkt eine Veranstaltung geplant, die alle Jugendlichen einbeziehen und deren Wünsche eruieren soll. Das Konzept der „Wünscheküche“ aus Wernshausen soll in die anderen Schmalkalder Ortsteile getragen werden, um auch die Wünsche der Jugendlichen in den Ortsteilen wieder mehr in den Fokus zu rücken.
Um 18:27 Uhr betritt Frau Dr. Blaschke den Rathaussaal. Damit erhöht sich die Beschlussfähigkeit auf 18 Stadträte.
Ebenso ist die Beteiligung an wiederkehrenden Aktionen geplant, z.B. am diesjährigen Frühjahrsputz, an „Schmalle für alle“ oder der Halloweenparty.
Vor allem möchte das JuPa zeigen, dass in Schmalkalden junge Menschen mitsprechen und sich aktiv einbringen können.
Umso mehr freut es die Mitglieder des JuPa, dass die Arbeit auch gewürdigt wird. In 2025 erhielt das JuPa die „blaue Rose“ der Stadt Schmalkalden. In 2026 wurde das Flussläufe-Projekt als Gewinner des Bundeswettbewerbs „demokratisch handeln“ ausgezeichnet. Der Podcast „Die Qual der Wahl“, der vor 2 Jahren vorab der Europawahl entstand, war für den Thüringer Demokratiepreis nominiert. Diese Würdigungen bedeuten dem JuPa viel, weil sie zeigen, dass sich ihr Einsatz lohnt und dass junge Menschen etwas bewegen können, wenn man ihnen Raum und Vertrauen schenkt. Genau dafür möchte sich das JuPa weiterhin einsetzen: für Beteiligung, Engagement und eine Stadt, die junge Menschen ernst nimmt.
Frau Lochner dankt im Namen des JuPa für die Aufmerksamkeit und steht nun gern für Fragen zur Verfügung.
Herr Abicht dankt für die Ausführungen, die er klasse fand. Ihn interessiert hinsichtlich der angesprochenen Veranstaltung zur rechtspopulistischen Aufklärung, ob sich auch mit Linksradikalismus (z.B. Antifa) beschäftigt wird. Frau Lochner erläutert, dass es beim Vortrag zum Kinder- und Jugendgremienkongress tatsächlich konkret um Aufklärung zum Rechtspopulismus ging. Ihrer Meinung nach geht Populismusaufklärung grundsätzlich aber in alle Richtungen, da Populismus in allen Richtungen ähnlich aufgebaut ist. Von daher bezieht ein Aufklärungsworkshop zum Thema Populismus immer alle Lager mit ein. Herr Abicht dankt Frau Lochner für ihre gute – fast schon parlamentarische – Antwort und fragt nach, warum dennoch „Rechtspopulismus“ und keine Verallgemeinerung als Überschrift gewählt wurde. Laut Frau Lochner hat das den Hintergrund, dass sie bereits selbst an einem solchen Workshop teilnahm, den ein Berliner Verein ausrichtete und der so gut ankam, dass Frau Lochner das Thema nach Schmalkalden holen wollte. Der Fokus lag auf Rechtspopulismus, es wurde jedoch allgemein über Populismus aufgeklärt.
Frau Heller möchte dem JuPa für dessen vielseitige Initiativen danken. In der „Inventur“ fehlte ihr jedoch etwas: Auf dem Campus der Hochschule war das JuPa ebenfalls oft präsent (Schmalympics, Veranstaltungen des StuRa oder des Studentenclubs) – unbürokratisch, mit kurzen Wegen und vielen helfenden Händen, wofür Frau Heller zusätzlich „Danke“ und „Weiter so!“ sagen möchte. Bei Bedarf steht Frau Heller gern unterstützend zur Verfügung.
Um 18:31 Uhr betritt Herr Duft den Saal. Damit erhöht sich die Beschlussfähigkeit auf 19 Stadträte.
Der Bürgermeister möchte die vorhergehenden Ausführungen ergänzen: Er nimmt wahr, wie das JuPa stets versucht, so politisch neutral wie möglich zu agieren. Die Zugangsmöglichkeit ist in Schmalkalden bewusst einfach gehalten (dreimal anwesend = JuPa-Mitglied), um Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, sich niederschwellig einzubringen und sich an die selbst gegebenen „Spielregeln“ dieses Gremiums zu halten. Für Interviews im Rahmen einer Wahlveranstaltung wurden Vertreter aller Parteien eingeladen, unabhängig von persönlichen Präferenzen. Das hält Herr Kaminski dem JuPa zugute. Auch die Unterstützung der Initiative „Schmalle für alle“ seitens des JuPa zeigt das. Gerade nach Corona war die Stadt wieder zusammenzuführen, unabhängig von Parteien. Daher waren alle eingeladen, um miteinander anstatt übereinander zu reden. Im letzten Jahr haben den Bürgermeister drei Dinge sehr stark beeindruckt: - die Ausstellung des JuPa zur Müllsammel-Aktion in Gewässern einschließlich der Inszenierung der Ausstellungsstücke sowie dem „Weiterdenken“, wie in Zukunft ein anderes Bewusstsein diesbezüglich entstehen kann - die gelungene Moderation zum Tag der Deutschen Einheit vor Ort in Schmalkalden (obwohl parallel der Kinder- und Jugendgremienkongress ausgerichtet wurde), die dazu beigetragen hat, die Veranstaltung lockerer zu gestalten - die Feststellung, dass das JuPa Schmalkalden eine andere Diskussionskultur lebt als beispielsweise die Recklinghäuser (miteinander reden, trotz unterschiedlicher Meinungen – nicht übereinander reden). Insgesamt leistet das JuPa eine gute Arbeit. Lobenswert ist zudem, dass es den Mitgliedern oft gelingt, Jüngere zu begeistern, damit die nächste Generation JuPa-Mitglieder nachkommt. Abschließend richtet Herr Kaminski seinen Dank an Frau Lenk, die seitens der Stadtverwaltung das JuPa begleitet und im Hintergrund organisatorisch unterstützt.
Herr Kaiser möchte sich ebenfalls bedanken. Einige Veranstaltungen, die das JuPa organisierte, hat er besucht. Für ihn ist das JuPa eine Bereicherung für die Stadt. „Wenn man was verändern will, muss man sich einmischen“ – dabei wünscht Herr Kaiser dem JuPa weiterhin viel Erfolg.
Herr Abicht bietet an, ihn zum JuPa einzuladen, um das Politikverständnis eines Rechtspopulisten, der insbesondere von Linkspopulisten als gesichert rechtsextrem eingeordnet wird, kennenzulernen. Gerne steht er Rede und Antwort.
Herr Liebaug möchte abschließend einen kleinen Wunsch äußern. Zunächst hat ihn die Art und Weise des Einbringens in den Kommunalwahlkampf stark beeindruckt, unter anderem aufgrund der sehr guten organisatorischen und inhaltlichen Vorbereitung. Im Sinne des Voranbringens der Stadt möge das JuPa diese Art und Weise gerne beibehalten und sich als junge, tatkräftige Menschen mit ihrer Meinung einbringen. Sein Wunsch zum Schluss ist, den Austausch zwischen JuPa und Stadtrat zukünftig wieder zu intensivieren.
Klara Lochner dankt für die Anregungen sowie das Lob. Sie freut sich sehr, dass die Arbeit des JuPa gesehen und anerkannt wird, wofür sie sich im Namen aller JuPa-Mitglieder bedankt.
|
||||||||||||||||||||||||||||||||
![]() |
![]() |
|||||||||||||||||||||||||||||||